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	<title>the falling eland</title>
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	<description>Alone in that vastness, lit by the feeble beam of our lamps, we were seized by a strange feeling.</description>
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		<title>Eintrag 3 &#8211; Von Wein und Landschaft</title>
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		<pubDate>Tue, 14 Feb 2012 18:38:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>mathias</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><img class="alignleft size-medium wp-image-446" title="CIMG6687" src="http://www.abi-royale.de/eland/wp-content/uploads/2012/02/CIMG6687-300x225.jpg" alt="CIMG6687" width="300" height="225" />Ausgestiegen. Ich liege hier auf einer Wiese, die den Hang eines Hügels &#8211; gestern bemerkte ich, dass das <em>Hügel </em>meist mit dem Adjektiv <em>sanft</em> kombiniert wird, weswegen ich hier bewusst darauf verzichte. Nieder mit der Norm! -, na jedenfalls bedeckt diese Wiese den Hügel und erlaubt mir den Blick in das Aquitanische Becken, das von frischer Meeresluft durchströmt wird. Neben mir steht eine Flasche <em>Moulin-à-Vent</em>, die mittlerweile schon fast leer ist. Ein ausgezeichneter Wein, der nichts mit den alle Geschmacksnerven beleidigenden Flüssigkeiten zu tun hat, die wir früher mit Cola gemischt haben, um möglichst schnell betrunken zu sein. Nun kann ich nicht leugnen, dass ich nicht auch schon ein bisschen angeheitert bin, allerdings in Begleitung köstlicher Wildbeer-Aromen. Nun muss man für guten Rotwein nicht nach Frankreich fahren, doch ergänzen sich manche Dinge einfach perfekt. So wie <em>Moulin-à-Vent</em> und französische Wiesen- und Hügellandschaft im Sommer. Ich weiß, dieser Rotwein kommt nicht hier aus der Region, das ist mir jedoch gleich.</p>
<p style="text-align: justify;">Die Romantiker sind mir in gewisser Weise sympathisch. Hier, umgeben von Obstbäumen, zirpenden Vögeln und dem noch sichtbaren Dropt in der Ferne, bin ich mit ihnen in einer ähnlichen Wirklichkeitsflucht vereint. Nun, hier ist durchaus nichts unwirklich, aber gibt es doch Gefilde, die unendlich fern scheinen. Impeachment in Washington, der Kosovokrieg, der Euro oder George Harrison. Ich liege hier und lasse mir die Sonne auf meinen mit Rotwein gefüllten Bauch scheinen. Das ist alles. Sonst gibt es nichts.</p>
<p style="text-align: justify;">Da fällt mir ein:</p>
<blockquote style="text-align: justify;"><p>Dieu n&#8217;avait fait que l&#8217;eau, mais l&#8217;homme a fait le vin!</p></blockquote>
<p style="text-align: justify;">
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		<title>Eintrag 2 &#8211; Von Paris gen Westen</title>
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		<pubDate>Sun, 12 Feb 2012 18:00:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>mathias</dc:creator>
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		<description><![CDATA[
Ich sitze im Eisenbahnwaggon und betrachte die vorbeiziehenden Häuserblocks der Pariser Vororte sowie den dreckigen Saum, der weltweit alle städtischen Bahnstrecken ziert. Ich mag die Fahrt in der Eisenbahn, denn es erinnert mich stets an einen Kinobesuch. Wie auf der Leinwand, die einem Einblick in fremde Welten und auf fremde Menschen gestattet, ziehen fremde Orte, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><img class="aligncenter size-medium wp-image-437" title="DSC01218" src="http://www.abi-royale.de/eland/wp-content/uploads/2012/02/DSC01218-300x225.jpg" alt="DSC01218" width="300" height="225" /></p>
<p style="text-align: justify;">Ich sitze im Eisenbahnwaggon und betrachte die vorbeiziehenden Häuserblocks der Pariser Vororte sowie den dreckigen Saum, der weltweit alle städtischen Bahnstrecken ziert. Ich mag die Fahrt in der Eisenbahn, denn es erinnert mich stets an einen Kinobesuch. Wie auf der Leinwand, die einem Einblick in fremde Welten und auf fremde Menschen gestattet, ziehen fremde Orte, Menschen und Situationen am Fenster vorbei.</p>
<p style="text-align: justify;">Hier im Waggon bin ich wie in einer Blase und getrennt von all dieser Banalität, die an mir vorbeizieht. Der Waggon ist wie das Petersburger Kellerloch, in dem ich mich meinem Wollen und dem Nicht-Wollen hingeben kann, ohne von der Notwendigkeit, dass <em>2 + 2 = 4</em> ist, gestört zu werden; ist wie das Haus in Fontenay, in dem ich vor diesen engen Krämerschädeln, die nur Spitzbüberein und Geld denken, mich verbergen und mich meiner selbst hingeben kann; wie die Dachwohnung im Haus an der Ecke <em>Grazhdanskaya ulitsa</em>/<em>Stolyanyy pereulok</em>, wo ich auf dem Sofa liegend die weltlichen Verbrechen in fieberndem Schlaf vergessen kann. So ergeht es mir also auch im Zug, wenn ich dort ungestört bin. Mit den Klängen von Beethovens Klaviersonate Nr. 29 und Omar Rodriguez-Lopez‘ und Cedric Bixler-Zavalas <em>The Bedlam in Goliath</em> im Ohr, dürfte diese Reise ewig dauern. Was kümmert mich diese stumpfe Dreidimensionalität dort draußen? Sollen sie sich doch in diesem Sündenpfuhl ergötzen – ich für meinen Teil bevorzuge, gerne auch alleine, die warmen Sphären hier auf diesen Polstern, wo ich an die Grenzen allen Empfind- und Ausdrückbaren stoße. Nein, gerade möchte ich nie mehr hinaus zu Euch; nie mehr zurück! Soll ich doch verdursten hier herin, diese niederen Bedürfnisse sind die Euren. Oh wie glücklich ist doch der, der sein Billet für die Reise von Paris nicht gen Westen, sondern bis nach Wladiwostok in der Manteltasche hat. Mancher scheint dies Glück tatsächlich erfahren zu haben. Alle anderen werden aber doch immer zu früh zum Aussteigen aufgefordert.</p>
<p style="text-align: justify;"><img class="aligncenter size-medium wp-image-436" title="DSC01208" src="http://www.abi-royale.de/eland/wp-content/uploads/2012/02/DSC01208-300x225.jpg" alt="DSC01208" width="300" height="225" /></p>
<p style="text-align: justify;">Ein letzter wehmütiger Schritt  auf das Trittbrett und meine Stiefel drücken sich in den sich in Wülsten zu allen Seiten hinweg weichenden Schlamm des Bahnsteigs, durch den unmissverständlich klar wird, dass die Reise zu Ende ist. Vorerst. Nun gilt es bis zur nächsten Fahrt den Hass zu kultivieren.</p>
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		<title>Eintrag 1 &#8211; Reisevorbereitungen und Aufbruch</title>
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		<pubDate>Sun, 06 Nov 2011 16:52:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>mathias</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wege]]></category>
		<category><![CDATA[Abreise]]></category>
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		<description><![CDATA[Ein Freund riet mir eine Reise zu unternehmen. Warum auch nicht? Schließlich ist die Welt zu groß, um sie auch nur in Ansätzen während eines ganzen Lebens hinreichend zu entdecken und zu erleben. Wieso also nicht sogleich damit beginnen und das Vertraute hinter sich lassen? Zugegeben, das Vertraute hat seinen Reiz, es verleiht Sicherheit und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Ein Freund riet mir eine Reise zu unternehmen. Warum auch nicht? Schließlich ist die Welt zu groß, um sie auch nur in Ansätzen während eines ganzen Lebens hinreichend zu entdecken und zu erleben. Wieso also nicht sogleich damit beginnen und das Vertraute hinter sich lassen? Zugegeben, das Vertraute hat seinen Reiz, es verleiht Sicherheit und schützt vor unschönen Überraschungen. Doch mit dieser Geisteshaltung, so schien es mir, entdeckt man nicht die großartigen Zugaben und atemberaubenden Fortsetzungen, die das Hier und Jetzt bietet. So entschied ich mich, dem Rat zu folgen und auf Reisen zu gehen. In Anbetracht der vielen Wege und Möglichkeiten schien es mir das beste, wenn ich nicht zu sehr über das Ziel nachdenke. Ich beschloss also zunächst, mich auf das Packen meines Koffers zu konzentrieren.</p>
<p style="text-align: justify;">Die übliche Dinge, das sind Socken, Unterhosen, Shirts, Hemden, Hosen, Pullover. Dazu eine Jacke, eine Regenjacke und einige dicke Wollsocken meiner Oma. Außerdem zwei paar Schuhe. Dazu ein Handtuch, eine Zahnbürste, Zahnpasta, einen Kamm, ein Stück Seife, eine Pinzette und ähnliche Kleinigkeiten. Zusätzlich einen Rasierer, einen Strohhut, eine Umhängetasche und Dinge wie Papier, Stifte und ein GPS-Gerät (man weiß ja nie). Auf ein Handy verzichtete ich allerdings bewusst. Schließlich eine Kamera für Reisefotos und meinen Ausweis sowie eine Vielzahl weiterer kleiner Dinge und Objekte, die man spontan einsteckt ohne in dem Moment über den Zweck und den Nutzen nachzudenken. Allzu oft erweisen sich aber gerade diese Dinge in manchen Situationen als besonders wichtig. Am vorletzten Tag meiner Reisevorbereitungen besuchte ich noch eine Reihe von Freunden und verabschiedete mich mit einer Umarmung, immer mit dem Versprechen, von meinen Erlebnissen und meinem Befinden zu berichten. Am Tag danach brach ich auf.</p>
<p style="text-align: justify;"><img class="alignleft size-medium wp-image-413" title="DSC00854" src="http://www.abi-royale.de/eland/wp-content/uploads/2011/11/DSC00854-225x300.jpg" alt="DSC00854" width="225" height="300" />Der Tag meiner Abreise war einer derjenigen Tage, an denen die Sonne nie wirklich aufgeht. Natürlich geht sie auf, doch bleibt eine dicke Schicht von Nebel und Wolken immer zwischen unseren Augen und dem Leben spendenden Zentralgestirn. Dieser Tag war nicht nur dunkel, sondern auch kalt, denn es lagen noch Reste von Schnee, die allerdings bereits im Tauen begriffen waren. Überhaupt, der ganze Tag war nicht nur dunkel und kalt, er war die pure Monotonie. Auch die Farben der Welt schwankten lediglich zwischen Schwarz, Grau und einem leichten Schimmer von Blau hin und her. Alles in allem ein trostloser Tag und keiner, der Zuversicht zu vermitteln versprach. Auf der anderen Seite umarmte mich dieser ganz spezielle Tag auf seine Art und Weise und beim Durchschreiten dieser farblosen Trübe &#8211; ich hatte mich dazu entschlossen, den ersten Abschnitt meiner Reise zu Fuß zu unternehmen, denn dadurch ließ sich der Aufbruch von zuhause noch dramatischer gestalten und was macht mehr her als das Spaziern der Straße entlang gen Horizont mit einem Koffer in der Hand? &#8211; fühlte ich die Welt ganz nah an meinem Körper und an meiner Seele. Eigentlich war ich schon da, in der Welt, die ich nach wie vor zu bereisen gedenke. So ging ich denn etliche Kilometer, vorbei an schwarzen Bäumen, grauen Asphaltstraßen und grau-blauen Flüssen.</p>
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<p style="text-align: justify;"><img class="alignright size-medium wp-image-414" title="DSC00818" src="http://www.abi-royale.de/eland/wp-content/uploads/2011/11/DSC00818-300x225.jpg" alt="DSC00818" width="300" height="225" />Mein erstes Ziel habe ich für heute erreicht. Mit kalten und durch die Feuchtigkeit aufgequollenen Füßen sitze ich hier in diesem Gasthaus vor dem warmen aber durch die moderne Einfassung in Metall und Stein nicht allzu romantischen Holzfeuer und warte auf mein Essen, das ich mir bestellt habe. Ein heißer Pfefferminztee zum Aufwärmen meiner Glieder steht bereits vor mir auf dem Tisch. Später werde ich aber das Bier, das nach Auskunft der Wirtin nur wenige Straßenecken von hier gebraut wird, probieren und mich dann erschöpft in mein Bett begeben. Das erste fremde Bett auf meiner Reise. Morgen sehen wir dann, in welche Richtung die Reise weiter führt. Ich habe da auch schon einige Ideen.</p>
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